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Herkulessaal der Residenz
Beethoven: Symphonie Nr. 9 (Freude schöner Götterfunken)
Bach: Adagio aus dem Oster-Oratorium
Vivaldi: „La stravaganza“
Vivaldi: „Léstro armonico“
Residenz-Solisten
Ein Abend von repräsentativer Strahlkraft: Zum Osterfest öffnet der Herkulessaal seine Pforten für ein Meisterkonzert, das musikalische Größe mit festlicher Eleganz verbindet.
Den feierlichen Auftakt bildet das Adagio aus dem Oster-Oratorium von Johann Sebastian Bach – Die Linien entfalten sich mit feierlicher Gelassenheit, durchdrungen von jener inneren Klarheit, die Bach zur zeitlosen Instanz macht. Musik als Ausdruck von Würde und spiritueller Tiefe.
Mit „La stravaganza“ und „L’estro armonico“ entfacht Antonio Vivaldi barocke Virtuosität in vollendeter Form. Brillante Soli, dynamische Kontraste und mitreißende Spielfreude verleihen dem Abend Glanz und Energie – ein musikalisches Feuerwerk von Noblesse und Temperament.
Wenn die ersten, geheimnisvoll vibrierenden Töne aus dem Nichts aufsteigen, wirkt es, als würde sich das Universum selbst sammeln. Aus einem flirrenden Klangnebel formt sich langsam Gestalt – und dann steht sie da: die monumentale 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven. Ein Werk wie ein Gebirge – schroff, strahlend, menschlich.
Scherzo: Plötzlich: Rhythmus! Scharf akzentuiert, mitreißend, fast trotzig. Das Scherzo pulsiert mit unerbittlicher Energie, als würde das Leben selbst im Takt stampfen. Das Ensemble wirbelt in atemberaubender Präzision. Hier öffnet sich der Himmel.
Im 3.Satz entsteht ein weiter, singender Klangraum – innig, getragen, von berührender Zartheit.
Im Finale geschieht dann das Unerhörte. Beethoven sucht – tastet Fragmente der vorigen Sätze an, verwirft sie. Schließlich erklingt sie leise, schlicht, beinahe volksliedhaft: die Melodie der „Ode an die Freude“. Aus dem Bassregister wächst sie empor, gewinnt Kraft, wird zum Triumph und Beethoven sprengt damit die Grenzen der Symphonie. Friedrich Schillers Vision von Brüderlichkeit wird Klang: „Freude, schöner Götterfunken“.
Was hier erklingt, ist mehr als Musik – es ist ein Aufruf zu Freiheit, Brüderlichkeit und Hoffnung.
Die Neunte endet nicht leise. Sie endet wie ein Sonnenaufgang in gleißendem C-Dur – überwältigend, jubelnd, als hätte Beethoven der Welt selbst ein Versprechen abgerungen
Herkulessaal der Residenz
J.S.Bach: Brandenburgisches Konzert Nr.2
J.S.Bach: Brandenburgisches Konzert Nr.4
J.S.Bach: Brandenburgisches Konzert Nr.5
J. S. Bach: Doppelkonzert für Oboe und Violine
Händel: “ Wassermusik”
Michael Kofler - Flöte MPhil., Janine Schöllhorn - Flöte, Gabriele Cassone -Trompete, Giovanni De Angeli - Oboe
Karsten Gebhardt - Violine, Marcelino Rojas – Violine, Tun-Han Hu - Cembalo & Residenz-Solisten
Die Barockmusik verdankt ihre schillerndsten Momente oft praktischen Zufällen oder höfischen Verpflichtungen, wie die berühmten Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach zeigen. Als Bach dem Markgrafen von Brandenburg 1721 die Partituren schickte, glich dies einer musikalischen Bewerbung. Das 2. Konzert sticht dabei durch seine fast schon akrobatische Trompetenstimme hervor. Es heißt, Bach habe sie einem Virtuosen in Köthen auf den Leib geschrieben; in Brandenburg hingegen landeten die Noten vermutlich ungespielt im Archiv, da kein Musiker der dortigen Kapelle diese schwindelerregenden Höhen bewältigen konnte.
Im 4. Konzert zeigt sich Bachs Vorliebe für klangliche Experimente, indem er eine Solovioline mit zwei „Echoflöten“ kombiniert, was dem Werk einen pastoralen, lichten Charakter verleiht. Dass Bach ein Pragmatiker war, beweist das 5. Konzert: Es gilt als Geburtsstunde des modernen Klavierkonzerts. Bach rückte das Cembalo, das bis dahin meist nur im Hintergrund begleitete, ins Rampenlicht. Eine Anekdote besagt, dass er dieses Werk als „Testfahrt“ für ein neues, kostbares Cembalo komponierte, das er gerade erst aus Berlin für seinen Fürsten erworben hatte – die monumentale Solokadenz im ersten Satz war schlichtweg dazu da, das Publikum (und den Käufer) zu beeindrucken.
Auch Bachs Doppelkonzert für Oboe und Violine hat eine bewegte Geschichte. Das Werk existiert heute offiziell nur noch in einer Fassung für zwei Klaviere. Musikwissenschaftler rekonstruierten jedoch die Urfassung, da die fließenden, fast seufzenden Melodien des langsamen Satzes so offensichtlich für die „atmende“ Oboe und die singende Geige geschaffen waren. Der berühmte Bach-Forscher Albert Schweitzer war gar der Meinung, dass erst in dieser Besetzung die wahre Seele des Stücks zum Vorschein komme.
Ganz anders als Bachs eher intime Hofmusik ist Georg Friedrich Händels „Wassermusik“ für das große Spektakel unter freiem Himmel konzipiert. Im Juli 1717 begleitete Händel den englischen König Georg I. bei einer nächtlichen Bootsfahrt auf der Themse. Der König war von der festlichen Pracht der Musik so hingerissen, dass er die Musiker zwang, die gesamte Suite dreimal hintereinander zu spielen. Für das Orchester, das auf einem schwankenden Boot neben der königlichen Barke saß, bedeutete dies eine stundenlange Dauerleistung ohne Pause – ein Kraftakt, der die Themse bis in die frühen Morgenstunden in eine riesige Konzertbühne verwandelte.
Herkulessaal der Residenz
Mozart: Klavierkonzert Es-Dur Nr.14 KV 449
Gershwin: Rhapsody in blue
J.Strauß: Fledermaus – Ouvertüre
J.Strauß: „An der schönen blauen Donau“ – Walzer
J.Strauß: "Tritsch-Trasch" - "Pizzicato" & weitere Schnellpolkas
Frank Fan Ming Ling – Klavier & Residenz-Solisten
Der Herkulessaal war ursprünglich der Thronsaal von Ludwig I. und wurde nach dem Wiederaufbau als Konzertsaal errichtet. Er diente als Ersatz für Klenzes ebenfalls zerstörtes Odeon. Bis zur Eröffnung der Philharmonie am Gasteig war er der wichtigste Konzertsaal in München. Den Namen hat er von den Wandteppichen erhalten, die die Herkulessage darstellt und von Herzog Albrecht V. im Jahre 1556 in Auftrag gegeben wurde
